Die MCR Trickster aka Stagecoach Büsse – 4 Monate in Manchester

Kaum waren wir am Flughafen in Manchester gelandet, sprangen die ersten Unterschiede der englischen und unserer Kultur ins Auge. Der Flughafen ist düsterer, viel kleiner und weniger geordnet als der in Zürich. In den Ecken des Saals, wo sich die Laufbahnen zum Abholen des Gepäcks befinden, stand eine Menge an Koffern in einer Ecke, völlig unordentlich. Von Sauberkeit war auch nicht die Rede. Wir befanden uns vor dem Ausgang des Flughafens und wurden von einem Taxi abgeholt, der auf der linken Strassenseite uns erwartete. Die Fahrt war ein wenig ungewöhnlich, aber ist es die beste Weise sich in England fortzubewegen, denn das Öffentliche Verkehr bringt einen oft zur Verzweiflung, inclusive grauer Haare.

Die Büsse verspäten sich oftmals oder kommen zu früh und im schlimmsten Fall tauchen sie erst gar nicht auf. Die Züge ebenfalls. Nur dass bei den Zügen auf manchmal freundlicherweise in der letzten Minute mitgeteilt wird, dass dein Zug nicht erscheint. Keine Sorge, bei Büssen ist es anders. Da wird man nämlich gar nicht informiert, ob dein Bus überhaupt ankommt. Warum sollte man sich schon die Mühe machen? Also wartet man dort an einer einsamen Bushaltestelle, sehr wahrscheinlich im Regen, Schuhe komplett durchnässt und wundert sich, ob der Bus mit dir wieder einmal einen Streich spielen wird. Wie wir schon wissen, haben die Busfahrer vom Wort «Mitleid» noch nie was gehört. Die Autofahrer sind genauso rücksichtslos. Die unebenen Strassen bilden perfekte Becken für übergrosse Pfützen mit dreckigen Wasser, die als Erfrischung dienen, wenn die Fahrer keine Lust haben denen auszuweichen. Dann steht man reglos da, die Schuluniform klebt am Körper und umhüllt ihn mit einer unangenehmen Kälte. Es bleibt dir aber nichts anderes übrig, als auf den Bus, der schon acht Minuten Verspätung hat, zu warten. Kaum zu glauben, man sieht seinen Bus, sich langsam nähernd. Du machst einen Schritt nach vorn, zwischen den Fingern zwei Pfund haltend, die man zahlen muss, um die wacklige Fahrt geniessen zu können und wartest bis der Bus anhält. Doch er fährt ignorant an dir vorbei. Deine Hand war nicht ausgestreckt, selber schuld. Wenn kein «Anhalte Zeichen» für den Busfahrer da ist, wird auch nicht angehalten. Musst damit klar kommen.

Ein Stagecoach Bus, wahrscheinlich auch mit Verspätung

Dieser Ablauf ist gar nicht verkehrt, wenn man einen Bus zur Schule nehmen muss. Ist aber leicht anders wenn zu Fuss ausreichen ist. In England, ist das Überqueren der Strassen wirklich tödlich. Hier haben die Autos vortritt und zwar immer, was zu Beispiel den Kreisel zu deinem grösstem Feind macht. Der Linksverkehr lässt die Autos von allen Seiten aus dem Nichts auftauchen. Jeder Zeit kann ein Auto um die Ecke kommen und dieser wird dich sicherlich nicht beachten und vor dir den Weg abschneiden. Also dreht man den Kopf mehrmals in alle Richtungen, um sicher zu gehen, dass man nicht im folgenden Moment unter vier Rädern liegt. Mit schnellen Schritten, wenn schon nicht rennend, überquert man die Strasse in der Hoffnung, das Glück auf seiner Seite zu haben. Bis jetzt hatte ich Glück, sonst wäre der Blog hier vielleicht gar nicht entstanden, aber es war nach meinem Geschmack einen Nervenkitzel zu viel.

Wieder in der Schweiz zu sein war so erleichternd. Die Bus und Autofahrer mögen dich und alle tauchen zum richtigen Zeitpunkt auf, nicht zu spät, nicht zu früh oder aus dem Nichts. Es kann jetzt klingen als hätte der Aufenthalt nicht gefallen und dass ich möglichst schnell aus England raus wollte, aber Manchester hat bei mir trotzdem gute Erinnerungen hinterlassen und ich bin froh dass ich in diesem Land für vier Monate sein durfte. Der Verkehr ist eine der Sachen, die sich von der Schweiz unterscheiden und das macht diesen Ort nur noch prominenter in meinem Gedächtnis. Ich bereue es kein Bisschen nach Manchester gegangen zu sein.

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