„Salsa and Bachata for beginners and improvers“ hiess es auf den Flyern, die meine Mitbewohnerin Sophie und ich im Haus unserer Gastfamilie kurz nach der Ankunft aufgefunden haben. Unsere temporäre Familie in Manchester bestand aus einer Gastschwester und einer Gastmutter, wobei die Gastmutter eine ungewöhnliche Kombination von Interessen hatte; Während Sie unter der Woche bei der Polizei tätig war, leitete sie samstags mehrere Tanzkurse, wie Salsa und Bachata, in einer der naheliegenden Grossstädte – Sheffield. Herzlich hat sie uns das Angebot gemacht, mit ihnen jeden Samstag in die Tanzsschule mitzukommen. Jedoch konnten Sophie und ich leider keinen Nutzen daraus ziehen und beendeten die gemeinsame Aktivität nach zweimaliger Teilnahme aus verschiedenen Gründen… .

Ein grosses Hinderniss waren die Hemmungen, die wir anfangs stark gespürt haben. Denn wir wurden mit der Nachricht überrascht, dass die Tanzpartner ständig rotieren, sodass wir gar nicht durchgehend miteinander tanzen konnten. Auf einmal stand man neben einer fremden Person, die man zuvor noch nie gesehen hatte, und musste mit ihr ausgefallene Tanzschritte einüben.
Darüber hinaus nehme ich an, dass die geringe Begeisterung auch an unserem mangelnden Tanztalent, sowie an der abwesenden Motivation, dieses zu verbessern, gelegen hat. Trotz unserer früheren Tanzerfahrungen konnten wir kaum Vortschritte in den Bachata- und Salsa-Stunden für Anfänger erzielen.
Eine weitere Ursache für den unzureichenden Enthusiasmus war die Umgebung. Versteht mich nicht falsch, die Bar, wo die Tanzkurse stattgefunden haben, hat sogar einen sehr einladenden Eindruck gemacht. Es war die Stadt Sheffield, die Sophie und mich ein wenig abschrekte, da sie so grau und deprimierend wirkte und unsere Stimmung auf gewisse Art negativ beeinflusste. Vielleicht lag dies aber auch nur am miesen Wetter. Leider fanden die Kurse für Anfänger lediglich während der ersten zwei Stunden des Aufenthalts statt. Mit den Fortgeschrittenen konnten Sophie und ich offensichtlich nicht mithalten, daher blieb uns nichts anderes übrig, als die Stadt zu erkunden und mit einwenig Glück einige KZU-Aufträge zu erledigen, bis wir uns gemeinsam wieder auf den 1.5h Rückweg machten. Demzufolge hätten wir jeden Samstag bloss kostbare Zeit verloren, die wir schlussendlich für andere Aktivitäten genutzt haben.
Im Nachhinein kann ich behaupten, dass wir es teilweise bereuen, nicht regelmässig teilgenommen zu haben. Denn durch die dreistündige Fahrt jeden Samstag hätten wir wahrscheinlich eine noch bessere Bindung zu der Gastfamilie aufbauen und natürlich auch unsere Tanzfähigkeiten verbessern können. Andererseits hatten wir die Möglichkeit, in der Zeit viele verschiedene Städte zu erkunden und Zeit mit unseren Schulkameradinnen zu verbringen, was für uns schlussendlich an erster Stelle stand.
Abgesehen von den sporadischen Vorwürfen der Gastmutter bezüglich unserer Abwesenheit in den Tanzkursen, konnten wir dennoch unsere beinahe familiäre Beziehung gut aufrechterhalten und pflegen.