Mein Leben ist ein Ponyhof- Zumindest in Manchester

Kein Witz- Hier in Urmston, eine kleine Stadt ausserhalb von Manchester, lebe ich wirklich auf einem Ponyhof. Zumindest hat meine Gastfamilie eine Reitbeteiligung bei zwei Pferden in einem Stall, nur zwei Minuten von unserem Haus entfernt. Für diejenigen, die nicht wissen, was eine Reitbeteiligung ist: Man bezahlt den Besitzer des Pferdes um sich selbst um das Pferd zu kümmern. Um es auf den Punkt zu bringen, zahlt man dafür, jeden Tag ausmisten zu dürfen, das Pferd zu putzen, und ab und zu, wenn man dazu kommt, auch noch zu reiten.

 

 Der Tag beginnt damit, dass Cordie, meine Gastmutter, die beiden Pferde aus ihrer Box zu holt und für den Tag auf die Weide zu stellt. Dort verweilen die zwei, Bertie und Goldie, für einige Zeit. Bertie ist ein Irish Cob und Goldie ein Tinker und ist somit ein wenig kleiner als Bertie.

 

Goldie auf der Weide
Johanna mit Bertie

Nachdem die Kinder von der Gastfamilie und ich von der Schule nach Hause kommen, gehen wir normalerweise gleich in den Stall. Vorallem in der jetzigen Jahreszeit, wenn es schon um vier Uhr nachmittags dunkel wird. Meistens sind es nur Johanna, die Jüngste von den drei Mädchen, Cordie und ich. Manchmal gelingt es meiner Gastmutter auch, die älteste Tochter Mia zu überzeugen, mitzukommen.

Lena, die Mittlere, und Robyn, der Vater, kommen nur dann und übernehmen die Stallarbeit, wenn Cordie gerade nicht zu Hause ist.

 

Als erstes misten wir meistens die Ställe aus, füllen die Heunetze, wechseln das Wasser und bereiten das Futter zu, bevor wir die Pferde von der Weide holen. Da sich die zwei nicht gerade mögen, muss immer die Reihenfolge Bertie vor Goldie eingehalten werden, damit niemand zu Schaden kommt. Im Stall putzen wir die Pferde und anschliessend werden sie gesattelt, damit sie zum reiten bereit sind.

 

Normalerweise machen wir es so, dass Cordie Bertie reitet und Johanna Goldie. Zwischen durch wechseln Johanna und ich uns ab, sodass wir beide mal geritten sind. Ich konnte ein bisschen reiten, da ich früher 5 Jahre lang geritten bin, aber hier konnte ich meine Skills eindeutig verbessern. Dazu muss auch gesagt werden, dass Johanna ein super Reitcoach ist.

Bertie & ich
Johanna und Goldie

 

Oft reiten wir aus, da der Reitplatz nicht mehr im besten Zustand ist. Allgemein ist die ganze Stallanlage ein bisschen runtergekommen und kaputt. Das liegt daran, dass die Grundstückseigentümer das Land nutzen wollen, um Häuser darauf zu bauen und so mehr Geld zu generieren. Da sie keine Interesse and den Ställen haben, investieren sie auch kein Geld in deren Renovierung und Instandhaltung. Eins muss man dem Stall lassen: Im warmen Sonnenschein des Sommers wirkte die ramponierte Stallanlage zwischen den dutzenden blühenden Büschen und Sträuchern beinahe idyllisch. Während der dunklen Jahreszeit aber ist das nicht funktionierende Licht oder der unebene Boden, welcher schlammige Pfützen produziert, nicht gerade vorteilhaft.

Weide im Sommer
Weide im Herbst/ Winter

Nach dem Reiten stellen wir Bertie und Goldie gleich in die Box, um sie dort abzusatteln und um schnell über die Druckstellen des Sattles zu putzen. Nachdem wir das Zaumzeug gewaschen haben und zurück in die Sattelkammer verräumt haben, kriegen sie das Futter und wir fahren nach Hause.

 

Wenn ich in die Schweiz zurückkehre, werde ich die Pferde und den Stall definitiv vermissen. Vielleicht werde ich es in Betracht ziehen, selbst wieder Reitstunden zu nehmen, aber das Ambiente des rustikalen Stalles hier in Urmston ist einzigartig.

 

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