Eiszeit

Wenn ich den Dezember hier in Zürich anschaue, fallen mir genau drei Wörter ein: grau, kalt, hässlich. Diese Wahrnehmung vom Winter ändert sich hoffentlich, wenn ich in den Winterferien nach Sandefjord in Norwegen reise. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob es dort wirklich Schnee hat, aber ich bin optimistisch.

(Kleines Update: Es hat am Wochenende in Zürich geschneit, also ist es hier nicht mehr ganz so übel.)

Ich hoffe fest, dass der Winter dort auch nur annähernd so schön wird wie letztes Jahr. Nun möchte ich auf meine Highlights der letzten Winterferien zurückschauen:

Eigendlich hasse ich Spaziergänge oder das Wandern, doch auf vereister Landschaft laufe ich freiwillig mit. Bei so schönen Eindrücken der Natur vergisst man schnell, dass man überhaupt spaziert. Letztes Jahr machten wir eine grosse Tour um die Nachbarinsel Langø und ich war extrem beeindruckt von der gefrohrenen Umgebung.

Mich hat es erstaunt, welch bizarre Formen durch die Vereisung entstehen. Das Bild in der Mitte beispielsweise sind Algen, die ein bisschen aus dem Wasser ragen. Durch die Eiskristalle sieht es so aus, als wären es Edelweisse.
Was mir an diesem Bild sehr gefällt ist, dass es für einen kurzen Augenblick so aussieht, als wäre das Foto im Sommer aufgenommen. Das weisse Eis am Ufer gleicht dem Schaum, der entsteht, wenn die Wellen einschlagen. Auch das gelbliche Gras sieht aus wie Sand.
Das Meer war stellenwiese so dick vereist, dass man ohne Probleme darauf stehen konnte. Sogar springen war möglich. Vor etwa zehn Jahren stiefelten wir tatsächlich einmal über das Eis bis zur nächsten Insel.

Zwei Tage später schneite es endlich. Wir mussten schon bald wieder zurück in die Schweiz fliegen, also nutzten wir alle verbleibenden Tage, um im Schnee zu spielen. Der Höhepunkt war die Rodelbahn, die sich von unserem Haus bis runter zum Steg erstreckte. Das ist meinem Vater zu verdanken, der sich wie ein Kind ins Zeug legte und die Spur präparierte.

Bei diesen vielen Eindrücken habe ich fast nicht an die Schule gedacht. Nur beim Backen haben meine Schwester und ich Mathe und Deutsch verknüpft.

In Norwegen ist es ein Brauch, Pfefferkuchen zu backen und sie später mit farbigen Zuckermischungen zu verzieren. Wenn ich ehrlich bin, esse ich dieses Gebäck gar nicht so gerne. Ich habe eher Spass am Auftragen des Zuckergusses. Das Herz auf dem Foto haben wir offensichtlich für unseren mathebegeisterten Vater gemacht.

Nun freue ich mich auf den Urlaub und hoffe, dass meine Tanten auch dieses Jahr nicht merken, dass ich Pfefferkuchen nicht mag.

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