Ein Abend unter Steinböcken

In den Sommerferien 2022 gingen ich und mein Freund Jòse für, leider nur, zwei Tage in den Bergen zelten, in der Hoffnung Steinböcke zu fotografieren.

Wir stellten schon am Nachmittag unser Zelt an einer schönen flachen Stelle mit Aussicht auf das Alpenpanorama auf. Dann verbrachten wir den Nachmittag mit «sünnele» und Alpendohlen fotografieren. Diese Vögel machen einem das Fotografieren leicht, da sie von selbst ganz nah zu einem kommen und auf Essen hoffen. Da kann man sogar mal zum Weitwinkel-Objektiv greifen.

Portrait einer Alpendohle

Der Tag verlief genau wie wir uns ihn vorgestellt hatten. Am Abend kochten wir Ravioli auf dem Gaskocher und machten uns auf den Weg Steinböcke zu suchen. Der Sonnenuntergang war traumhaft und die Steinböcke liessen sich auffinden.

einjähriges Steinbockweibchen

Obwohl das Fotografieren der Steinböcke, die perfekt „mitspielten“, unglaublich Spass machte, war für mich das Schlafen im Zelt genauso ein Highlight. Ich höre oft von Leuten, die nicht gut im Zelt schlafen. Bei mir ist es genau umgekehrt: Ich schlafe nirgends besser als im Zelt. Auch diese Nacht war keine Ausnahme. Aber nichtsdestotrotz war sie einzigartig und ich werde sie so schnell nicht mehr vergessen. Nachdem wir die Steinböcke und, glücklich wie wir waren, auch noch Schneehühner im letzten Licht hatten ablichten können, war im Zelt nicht Schluss mit Tieren. Wir hatten uns schon hingelegt, da wir sehr müde waren, unsere Füsse froren und das Licht zum Fotografieren ohnehin weg war, doch die Tiere waren weiterhin aktiv. Als wir in unserem Zelt lagen, hörten wir Bewegung von draussen. Als ich kurzerhand die Zelttür öffnete, erkannte ich ganz schwach eine Steinbock-Silhouette in geringer Entfernung. Die Steinböcke hier sind zutraulich. Sie lassen einen sich mit ein wenig Glück auf bis zu fünf Meter nähern, halten aber stets einen gewissen Respektabstand.

Bevor wir schlafen gingen, unterhielten wir uns noch eine ganze Weile miteinander. Wir waren beide überrascht, wie gut unser Mini-Trip bisher verlaufen war und hatten es sehr lustig.

Am nächsten Morgen hörten wir die Schneehühner direkt bei unserem Zelt gackern. Wir schritten aus dem Zelt und genossen, wie es langsam heller wurde. Wobei, ganz dunkel war es nie gewesen, denn in dieser Nacht war Vollmond.

Rückblickend waren die zwei Tage in den Bergen hervorragend. Wir werden so etwas sicherlich ein anderes Mal wieder machen. Hoffentlich dann aber mehr als nur zwei Tage.

Weitwinkelaufnahme von zwei Steingeissen im letzten Licht

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