Einige Minuten vor der Ankuft, war ich sehr aufgeregt und erwartungsvoll, jedoch erlosch dieses Gefühl schneller als ich mir vorstellen hätte können. Mein erster Eindruck war sehr enttäuschend, weil der Seilpark wie ein kleiner öffentlicher Spielplatz für Kleinkinder aussah, aber je länger ich den Seilpark ansah desto besser wurde meine Ansicht. Da die anderen aus der Gruppe aufgrund des ÖV etwas später eintrafen, hatte ich Zeit den Seilpark länger zu betrachten und meine Ansicht schrittweise zu verbessern.

Als ich die Einführung bekommen hatten, war es ein grosses Wirrwarr, denn meine Französisch-Kenntnisse sind nicht gut und die Deutsch-Kentnisse des Personals waren nicht wirklich vorhanden. Nichtsdestotrotz war der Grossteil des Personals freundlich, auch wenn sie unsere Gruppe auslachten, weil wir sie nicht verstanden hatten. Schlussendlich habe ich nach mehreren Übungen verstanden wie man sich sichern muss, bevor man ein Parcour bewältigt.

Zuerst habe ich mit einem einfachem Parcours gestartet, das war so leicht, dass ich anschliessend das zweitschweierigste gemacht habe. Dort habe ich bei manchen Aufgaben gelitten, einerseits weil die Netze und Tunnels stanken und ich direkt mit meinem Gesicht darangekommen bin. Aber andererseits auch, weil anstrengende Armkraft gebraucht wurde. Danach habe ich einen kleinen Parcours gemacht, welcher befreiend war, denn ich musste nur Schwung nehmen und dann wurde ich mit hoher Geschwindigkeit direkt auf die andere Plattform transportiert. Dieser war mein Lieblingsparcours weil ich das einfach ohne jegliche Anstrengungen geniessen konnte. Zuletzt war ich auf dem schwierigsten Parcours. Bei diesem Parcours habe ich schon nach der zweiten Übung bedauert, dass ich diesen Parcour machte, denn schon bei der zweiten Übung haben meine roten Hände gebrannt wegen dem ständigen Halten vor Angst, dass ich hinunterfalle von den wackligen Stegen und Schlangenbrücken. Nach einer Weile war ich an meinem Tiefpunkt, so dass ich einfach betrug und die Aufgaben falsch gemacht habe. Die letzte Aufgabe war ein Sprung in den freien Fall. Ich hatte zwar sehr Angst davor und blieb etwa 5min auf der Plattform weil ich nicht abspringen konnte, aber nachdem ich es tat fühlte ich mich frei und erleichtert.

Dieser Tag war eine Achterbahn der Gefühle. Ich hatte alles gefühlt, Angst und Schmerz und einige Sekunden später Freude, Freiheit und Erleichterung. Zurückblickend würde ich sagen, dass dieser Tag bezaubernd und ein Erfolg war, weil ich meine Angst überwunden hatte.