Zwischen Ideen und Realitäten: Meine Reise zur perfekten Maturaarbeit

Schnell entschied ich mich endgültig für mein Thema „Vegane Ernährung im Kontext eines Muskelaufbautrainings“. Dies war meine allererste Idee, und ohne groß darüber nachzudenken, blieb ich dabei. Ich wusste, dass ich für dieses Thema motiviert sein würde, weshalb ich ohne Zweifel auf die Suche nach einer Betreuungsperson ging. Das war ebenfalls ziemlich einfach, denn meine erste Wahl stimmte zu, nachdem sie meine grobe Idee gehört hatte und sah, dass ich für mein Thema brenne.

Ich erhielt die Aufgabe, ein Konzept zu erstellen, das Leitfragen, eine zentrale Fragestellung, einen genauen Zeitplan und weitere Bestandteile enthält. Hier begann mein erster Stolperstein: Mir war nicht klar, was Leitfragen sind, weshalb ich nachfragen musste. Auch nach der Erklärung war ich wortwörtlich verloren. Ich wusste nicht, wie ich meine drei Leitfragen formulieren sollte, weshalb ich ChatGPT und Perplexity um Hilfe bat. Ich war nicht vollständig überzeugt von den Antworten, die ich erhielt, aber da ich selbst keine bessere Alternative fand, nutzte ich sie für mein Konzept. Bei der Konzeptbesprechung wurde mir dann in einem zehnminütigen Dialog erklärt, dass Leitfragen keine Theoriefragen sind und dass all meine Leitfragen Theoriefragen seien. Ich müsse sie nochmals überarbeiten. Ich war immer noch ziemlich verwirrt, denn ich war fest davon überzeugt, dass einige Fragen keine Theoriefragen waren. „Leitfragen sollten in mehrere Teilgebiete meines Themas hineinfließen und viele wichtige Bereiche abdecken“, diesen Satz hörte ich mehrmals von meinem Coach. Es war jedoch leichter gesagt als getan. Als ich dann nochmals versuchte, Leitfragen zu formulieren, dachte ich mir, dass es doch wieder Theoriefragen sein würden. Nach langem Brainstorming und intensiver Internetrecherche fand ich schließlich drei Fragen, mit denen ich zufrieden war, weil sie mehrere Teilgebiete abdeckten. Dennoch hatten sie meiner Meinung nach immer noch einen Hauch von Theorie. Bei der nächsten Konzeptbesprechung änderte meine Betreuerin die Fragen minimal, sodass der theoretische Aspekt wegfiel. Mir wurde bestätigt, dass es wirklich schwer sei, gute Leitfragen zu formulieren, und dass dies eine Frage der Übung sei. Meine Lehrerin erinnerte mich daran, dass Leitfragen die ganze Arbeit begleiten und deshalb wirklich gut durchdacht sein müssen. Für uns Schüler, die das zum ersten Mal machen, sei das eine der schwierigsten Aufgaben.

Ein weiteres Hindernis war der Zeitplan. Um ehrlich zu sein, mache ich nie Zeitpläne, weil ich mich wirklich nie daran halte. Ich erledige meine Aufgaben allgemein meistens in letzter Minute und dafür braucht man keinen Zeitplan. Einen Zeitplan zu erstellen, obwohl ich wusste, dass ich mich nicht daran halten würde, war schwer. Einerseits fragte ich mich ständig, warum ich das überhaupt mache, da es mir als völlige Zeitverschwendung erschien. Andererseits war ich auch hier völlig überfordert, denn ich wusste gar nicht, wie man plant. Man darf nicht vergessen, dass ich für ein Jahr im Voraus planen musste und für jemanden, der noch nie eine Woche im Voraus geplant hat, war das eine ungeheuer schwere Aufgabe. Ständig musste ich mir überlegen, ob es Sinn macht, etwas zu einer bestimmten Zeit zu tun und wie lange es ungefähr dauern wird. Dieser Zeitplan hat meine Nerven wirklich auf die Probe gestellt. Normalerweise hätte ich meine Arbeit einfach irgendwann, wenn ich Lust gehabt hätte, angefangen und dann nach Lust und Laune weitergearbeitet. Nun aber habe ich einen genauen Zeitplan und eine logische Abfolge, wann ich was machen muss, sodass ich am Schluss noch Zeit habe, meine Arbeit ruhig anzuschauen. Normalerweise wäre ich wahrscheinlich knapp fertig geworden. Deshalb ist dieser Zeitplan recht praktisch für mich, es war eine Menge Arbeit und ich hoffe, dass ich mich auch daran halten werde.

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