Nach vielem Überlegen und Gesprächen mit meiner Familie und meinen Freunden konnte ich mich endlich auf ein Thema festlegen, worüber ich meine Maturaarbeit machen werde. Eines stand jedoch von Angang an fest und das war nämlich, dass ich etwas Geschichtliches machen will. Ich beschloss schlussendlich, dass ich über die unterschiedlichen Erlebnisse und Fluchterfahrungen während des Kosovo-Krieges von meiner Familie berichte und ebenfalls wie die verschiedenen Perspektiven Auswirkungen auf die Identität, ihr Leben und ihr Verständnis von Heimat sich ausgewirkt haben.
Das ist ein sehr persönliches Thema, was mir natürlich bewusst ist. Ich interessierte mich schon als ich noch sehr jung war über die Geschehnisse im Balkan zur Zeit der Jugoslawien-Kriege und da ich mit dieser Arbeit das Geschichtliche mit meiner Familie in Verbindung setzen kann, bereitet es mir viel Freude. Bald fangen die Sommerferien an und dann kann ich schon mit den ersten Schritten anfangen. Ich will meine Eltern und auch meine Grosseltern interviewen und sie nach ihren Erfahrungen von vor der Kriegszeit, während dem Krieg und nach dem Krieg befragen. Die Eltern meines Vaters leben im Kosovo und da wir jeden Sommer dorthin fahren, ist es eine gute Möglichkeit für mich sie zu interviewen. Diese Gespräche würde ich dann aufnehmen und später dann die wichtigsten Teile aufschreiben und letzendlich übersetzen. Das Gleiche würde ich dann auch mit den Eltern meiner Mutter und meinen Eltern auch machen. Hoffentlich unterschätze ich das Übersetzen der Gespräche nicht, aber ich denke, falls ich mir mal nicht sicher wäre, könnte ich meine Eltern um Hilfe bitten. Anfangs werde ich die geschichtlichen Ereignisse sachlich erläutern und dann die Interviews in seperaten Texten aufschreiben. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Bedenken zu dem Schreiben habe, weil das Verfassen von Texten nicht wirklich einer meiner Stärken ist. Besonders gut war ich nie in Aufsätze schreiben, weil meistens mein grösstes Problem war/ist, dass ich schnell den „roten Faden“ verliere, nicht „zum Punkt komme“ und auch dass ich meine Gedankensprünge nicht aufschreibe, was für Leser:Innen für Verwirrung sorgen kann.
Zurzeit habe ich noch nicht mit meiner Arbeit angefangen und bin deshalb auch aufgeregt, wie meine Arbeit verlaufen wird und ob es schlussendlich eine gute/interessante Arbeit wird. Mit dieser Arbeit erhoffe ich mir ebenfalls, dass ich ein besseres Verständnis zu der Entwicklung meiner Eltern und allgemein meinen Famillien-Angehörigen haben werde. Kriege sind leider auch heute noch aktuelle Themen und allein nur die psychischen Folgen davon können Menschen bis an ihr Lebensende belasten und ganz zu schweigen von den physischen auch.