Jeder Teenager kennt diesen Spruch: „Das ist nur, weil du so viel am Handy bist“. Seien es Rückenschmerzen oder schlechte Noten, der Sündenbock der Eltern für Probleme ist meist das Smartphone und die sozialen Medien. Ob dies tatsächlich gerechtfertigt ist, und welche Auswirkungen soziale Netzwerke auf uns haben, untersuche ich in meiner Maturarbeit.
Die Idee für meine Maturarbeit entstand aus einem tiefen Interesse für die menschliche Psyche und mentale Erkrankungen. Da ich persönlich sehr viel Zeit an meinem Smartphone verbringe, beschäftigen mich die sozialen Medien täglich. Es ist bereits bekannt, dass soziale Medien einen bedeutenden Einfluss auf unser Leben, Wohlbefinden und somit auch auf die Entwicklung von psychischen Krankheiten haben. Daher schien es mir besonders relevant, die Auswirkungen dieser Medien auf unser Befinden zu untersuchen. Mein Ziel ist es, durch ein Selbstexperiment tiefere, und auf mich persönlich zugeschnittene, Einblicke zu gewinnen, und wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu diesem Thema zu erlangen. In diesem Beitrag reflektiere ich über meine ersten Schritte, die Herausforderungen und die Erfahrungen, die ich während des Anfangsprozesses gemacht habe.
Nachdem ich einen Coach gefunden hatte, der mich gerne bei meiner Arbeit unterstützt, stand schon der erste Meilenstein an: Das Schreiben der Konzeptarbeit. Nach und nach lies ich mich ins Thema ein und entwickelte meine Ideen weiter, doch leider stiess ich schon bald auf die erste Herausforderung: Was will ich überhaupt untersuchen? Der Begriff „Befinden“ klingt viel zu allgemein und ich konnte mir überhaupt nichts darunter vorstellen. Was ist denn das Befinden, welche Faktoren zählen dazu, und was macht uns Menschen überhaupt erst glücklich? Um meine vielen Fragen zu beantworten habe ich mich zuerst ins Thema eingelesen und dann mit meinem Coach, einem Psychologen, gesprochen. Direkt nach unserem Treffen fiel mir ein Stein vom Herzen, da ein so grosses Problem für mich, dank des Rates eines Experten, behoben war. Ich werde mich nun in meiner Maturarbeit auf einige Teilbereiche des Befindens fokussieren und einen Fragebogen zu diesen Themen erstellen: Schlaf, Gefühlslage, Stimmung und Selbstwahrnehmung werden darin untersucht. Diese Lösung und das Gespräch mit meinem Coach haben mich bereits viel weitergebracht.
Trotz dieses Motivationsschubes drängte sich mir gleich die nächste Herausforderung auf. Mein Plan ist es nämlich, für einige Wochen auf Social Media zu verzichten und dabei jeden Tag mein Befinden mithilfe eines Fragebogens zu dokumentieren. Doch nun stellt sich die Frage, wie lange sollte ich denn auf die sozialen Medien verzichten? Im Moment fühlen sich sogar zwei Stunden ohne Scrollen schwierig an, aber wie soll ich denn gleich mehrere Wochen ohne Instagram, Snapchat und co. schaffen? Ausserdem wies mich mein Coach auf ein weiteres wichtiges Thema hin, nämlich ob dieser Entzug meiner mentalen Gesundheit schaden und ernsthafte Folgen mit sich bringen könnte, denn ein abruptes Ende der sozialen Mediennutzung kann zu einem Rückfall oder einer Verschlimmerung der bestehenden psychischen Erkrankung führen. Ausserdem können Soziale Medien ein wichtiger Bewältigungsmechanismus sein. Schlussendlich habe ich jedoch noch eine passende Lösung gefunden: Insgesamt werde ich einen vier wöchigen Entzug durchführen. Dies ist nicht zu lange, wird aber trotzdem hoffentlich Resultate aufzeigen können. Nach diesem Problem zeigte sich wieder klar und deutlich, dass mein Coach mir auf jede Frage gute Ratschläge gibt und man nur fragen muss.
Rückblickend war der Anfangsprozess meiner Maturarbeit eine wertvolle Lernphase. Ich habe nicht nur mein Wissen über die Auswirkungen sozialer Medien auf die Psyche vertieft, sondern auch wichtige methodische und organisatorische Fähigkeiten entwickelt. Diese Erfahrungen werden mir nicht nur für den weiteren Verlauf meiner Maturarbeit nützlich sein, sondern auch in zukünftigen wissenschaftlichen Arbeiten. Ausserdem habe ich gelernt, dass mein Coach mich immer effizient unterstützt wo er kann, und dass ich keine Angst haben sollte, ihn auch bei kleineren Fragen zu kontaktieren.
Der nächste Schritt wird die detaillierte Auswertung der gesammelten Daten, die Durchführung des Experimentes und später die Interpretation und Auseinandersetzung mit den Ergebnissen sein. Ich bin gespannt darauf, welche Erkenntnisse das Selbstexperiment liefern wird und wie diese in den Kontext der bestehenden Forschung eingeordnet werden können.