Just do it! – Meine Erfahrung in Manchester

Vier Monate in einem anderen Land leben, eine andere Kultur erleben und an einer anderen Gesellschaft teilhaben, etwas, das nicht viele Menschen schon einmal erlebt haben, vor allem nicht in unserem Alter. Die Veränderung, die ich während meines Aufenthalts im Vereinigten Königreich und nach der Verarbeitung dessen erlebt habe, hat mich in vielerlei Hinsicht wachsen lassen. Ich habe das Gefühl, dass ich enorm gereift bin und mehr Vertrauen in mich selbst und meine Fähigkeiten gewonnen habe. Da ich immer nur in meiner Art „Bubble“ eines sozialen Kreises war, habe ich mein Maß an Unabhängigkeit und Fähigkeiten nie wirklich aus einer anderen Perspektive gewürdigt.

Ich selbst war überrascht, wie leicht es mir gelang, an einem Ort zurechtzukommen, an dem alles neu für mich war und in dem ich keine Eltern hatte, die mir alles erklärten, vorschrieben oder schnell vorbeikamen, um dafür zu sorgen, dass alles gut geht. Trotzdem war ich glücklicherweise nie wirklich allein, dank meiner Mitschüler. Wir haben oft einfach ohne Vorwissen etwas versucht und auch wenn es nicht immer perfekt geklappt hat, hat meine Fähigkeit, einfach Ruhe zu bewahren und weiterzumachen, nicht nur mir selbst, sondern auch anderen sehr geholfen. Durch die teilweise etwas angsteinflössenden Erlebnisse, in denen einen kühlen Kopf bewahren doch vorteilhaft war, konnte ich lernen mich mehr auf mich selbst zu verlassen.

Dieses Selbstvertrauen verdanke ich zum Teil auch meinen „Mates“, die ich kennengelernt habe. Wie die meisten Engländer, die ich getroffen habe, haben sie sich viel direkter ausgedrückt. Deshalb habe ich viel mehr positives Feedback bekommen als je zuvor. Mir ist auch aufgefallen, dass sie keine so große Angst davor haben, abgelehnt zu werden, und ich habe wirklich von ihrer entspannteren Denkweise gelernt. Ein Satz, den mir ein Freund gesagt hat, ist mir wirklich in Erinnerung geblieben: Du kannst es machen und vielleicht klappt es nicht, aber wenn du es nicht tust, wird es definitiv nicht funktionieren und du musst damit leben, dass es funktioniert können hätte. Also mach’s einfach! Jetzt bin ich viel selbstbewusster in dem, was ich tue, und habe positive Ergebnisse aus dieser Denkweise erlebt.

Alles in allem ist ein solcher Austausch meiner Meinung nach etwas, das jeder mindestens einmal machen sollte. Man lernt die Dinge aus einer anderen Sichtweise zu sehen und kann auch seine Kultur und Mentalität und somit anderen auch den Horizont erweitern. Man lernt, mit unerwarteten Situationen umzugehen und sich auf sich selbst verlassen zu können. Es muss also nicht einmal ein völlig anderes Land sein, aber die Erfahrung, allein zu sein und sich in einer unbekannten Umgebung an das Umfeld anpassen zu müssen, ist äußerst wertvoll.

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