Ein wahres Labyrinth ist dieses Buch. Alles voller wirren Vorstellungen der Figuren und unendlichen Fragen vom Leser. Dieser Roman könnte auch als ein grosses Rätzel bezeichnet werden.
«Indigo» ist ein Roman, das von Clemens Setz geschrieben wurde und am neunten September 2012 unter dem Suhrkamp Verlag veröffentlicht wurde. Das Buch enthält 479 Seiten. Der österreichische Autor Clemens Setz wurde 1982 in Graz geboren und studierte dort Mathematik und Germanistik. Heute arbeitet er als Übersetzer und freier Schriftsteller wobei sein erstes Werk «Söhne und Planeten» ist.
Der Roman Indigo erzählt von einem jungen Mathematiker namens Clemens Setz, der an einer Internatsschule, der Helianau, als Mathematiklehrer arbeitet. In diesem Internat werden Kinder unterrichtet, die an einer rätselhaften Krankheit leiden, dem Indigo-Syndrom, ein Verweis auf das esoterische Konzept der Indigo-Kinder. Der Professor betreibt parallel zu seiner Arbeit im Internat auch noch eine Recherche über dieses Phänomen. Menschen, die sich zu nahe an diesen Indigo-Kindern befinden, erleiden starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. In seiner weiteren Recherche erfährt Setz über eine sogenannte «Relokation» der Kinder. Was dies bedeutet, bleibt ihm des Weiteren unklar.
Zusätzlich verläuft parallel, jedoch gespielt in der Zukunft, zur Handlungsgeschichte von Clemens Setz, die Handlung von Robert Tätzel. In seiner Kindheit wurde er zu den Indigo-Kindern zugeschrieben und litt daher ebenfalls am Indigo-Syndrom. Mit dem Alter haben die Symptome jedoch an Intensität verloren. Sein Wunsch ist es seinen alten Mathematiklehrer zu finden und ihm über die Helianau zu sprechen.
Meiner Meinung nach ist das Buch relativ fliessend zu lesen, jedoch ist die Aufmerksamkeit und Genauigkeit hier umso wichtiger. Es ist sehr einfach sich in diesem Buch zu verlieren, wobei das ungenaue Lesen dies noch verstärken kann. In jedem Kapitel und auf jeder Seite gibt es mehr als genug Information aufzunehmen, damit man zumindest ein verschwommenes Bild von der Handlung im Kopf hat. Aber das ist genau das, was ich an diesem Buch spannend finde. Die Informationen werden abwechselnd von zwei Perspektiven geäussert. Die Erzählperspektive ändert sich nur zwischen Robert und Clemens als Reflektor Figur, in abwechselnden Kapiteln. Beide Seiten scheinen keinen Zusammenhang zu haben, die Zeitebene der Handlungen ist auch verschieden und die Kapitel scheinen zufällig geschrieben worden, da die beiden Figuren zwei verschiedene Ansichten auf die Welt haben.
Zusätzlich spielt der Autor mit der Realität und Fiktion. Das Buch enthält mehrere kleinere Artikel oder Geschichten, die die Indigo-Syndrome glaubwürdig erscheinen lassen. Teilweise sind sie real, teilweise leicht abgeändert oder vielleicht auch ganz erfunden. Bei diesem Buch weiss man nie, was jetzt nun realitätstreu ist und was nicht. Durch diesen Aufbau an Unsicherheit gelingt es dem Autor eine bedrückte und unheimliche Stimmung zu schaffen. Der Leser fühlt sich wie in einem Labyrinth, welches nur Sackgassen und kein richtiges Ende hat. Er gerät immer wieder in diese Sackgassen, mit der Meinung das Buch verstanden zu haben.
Ich habe das Buch ausgewählt, weil ich die Untersuchungen mit dem Indigo-Syndrom spannend fand. Die Kinder seien etwas ganz Aussergewöhnliches und Einzigartiges und ich wollte wissen, was sie denn so speziell macht und vor allem, was diese Indigo-Krankheit mit sich trägt. Ich hätte niemals erwartet, dass die Handlung so verwickelt sein wird und dass man beim Lesen selbst Kopfschmerzen bekommt, wie die Menschen um diese Indigo-Kinder. Ich würde sagen, dass ich eher positiv überrascht wurde, obwohl ich immer noch nicht weiss, wie ich aus diesem Labyrinth rauskomme. Ich würde das Buch denjenigen empfehlen, die sehr viel selbst nachdenken mögen und gerne Rätseln auf die Spur gehen, denn in diesem Roman gibt es mehr als genug davon.