Seit tausenden von Jahren beeinflusst das antike Griechenland mit seiner fabelhaften Mythologie, dramatischen Literatur und innovativer Wissenschaft das Mittelmeer-Gebiet und weiter hinaus. So finden wir bis heute noch…




Seit Jahrzehnten haben sich unendlich viele Geschichten der griechischen Mythologie in die ganze Welt verbreitet, Erzählungen von Helden und Monstern. Ein gewisses Monster bleibt mir dabei ganz besonders im Gedächtnis. Fast so bekannt wie Herkules oder Odysseus ist Medusa, die blutrünstige Schlangen-Frau mit dem steinernen Blick. Aber ist sie wirklich so böse, wie viele behaupten?
Medusa war die Tochter zweitrangiger Meeres-Götter und die Jüngste und Bezauberndste der drei sich nahestehenden Schwestern. Sie entschied sich früh eine Priesterin der Athene zu werden, um nicht Heiraten zu müssen. Eines Tages kam aber Poseidon am abgelegenen, idyllischem Tempel, in dem Medusa lebte, vorbei und hat sich sofort in Medusa verliebt. Diese erwiderte seine Liebe aber nicht, also nahm er sie sich handgreiflich. Medusa betete zur Athene, aber die erzürnte Göttin verwandelte sie und Ihre Schwestern zu Monstern, anstatt ihr zu helfen. Ihre Haare wurden zu Schlangen, sie wuchsen einen Schuppenpanzer und, damit sich auch ja niemand mehr in sie verblieben konnte, wurden einzig Medusas Augen mit einem Zauber belegt, der Jeden zu Stein erstarren lässt, sobald er in sie blickt.
Ein aktuelles Thema, das Medusas Vergewaltigung wiederspiegelt, ist die misogyne Aussage „Was hatte sie an?“. Mit dieser Aussage will man die Schuld vom Täter auf das Opfer schieben, indem man die Tat des Täters damit begründet, dass das Opfer mit seiner Kleidung ihn provoziert hat, es anzugreifen. Natürlich ist diese Aussage Widersinn, denn allein ein Blick in die Ausstellung „Brussels at Le Centre Communautaire Maritime“, zeigt dass es eben nicht darauf ankommt, was man trägt, wie man sich verhält oder was man tut, sondern dass die Schuld einzig allein beim Täter liegt.
Aber wie geht es mit Medusa aus?
Später sollte der Held Perseus sie mit der Hilfe eines verspiegelten Schildes, den er von Athene bekam, Medusa umbringen. Dies tat er indem er in den Schild schaute, um Medusa nicht direkt in die Augen zu sehen und im richtigen Moment sie enthauptete. Athene nahm schlussendlich ihren Haupt un heftete ihn als Schändung and ihren eigenen Schild.
Dieses Ende hat mich immer sehr fasziniert, da plötzlich die sonst „gute“ Göttin Athene die Rolle des Bösewichts annimmt und es dieses Mal kein „Happy End“ gibt. Als ich den Mythos zum ersten mal las, gab er mir viel zu denken mit. Sind wir vielleicht alle ein Bösewicht in der Geschichte eines anderen? Damals hat er mir eine neue Perspektive auf die Einteilung in Gut und Böse gegeben, denn als Kind war es immer Recht klar, wer der Böse in der Geschichte ist. Doch nun kann man das nicht mehr genau so sehen, denn jeder ist der Gute aus seiner eigenen Perspektive.
Medusa ist also bis heute eine spannende Figur in der Literatur, Kunst aber auch im Alltag. So wurde sie vor allem in der Renaissance eine beliebte Darstellung, auch aus dem Grund, dass sie auf jedem Gemälde etwas anders aussieht, bzw andere Züge ihr zugesprochen werden. Nicht nur ist ist Ihr Gesicht auch auf der Flagge Siziliens vorhanden, auch heute noch wird sie in vielen Spiel- als auch Zeichentrick-Filmen gezeigt. Im Alltag sieht man sie in Mode-Logos wie z.B. von Versace.

Ich hoffe Ihr habt einen kleinen Geschmack vom meiner Faszination mit der griechischen Mythologie bekommen, ich würde sagen meine Percy Jackson Phase ist hauptsächlich Schuld daran:)
Bis zum nächsten mal, xoxo