Die grossen Marken in der Kleiderbranche erkennt man meist an ihrem Logo oder an ihrem Motiv, das ihre Kleidung auszeichnet. Diese werden oft auf das Kleidungsstück gestickt oder von der Maschine gedruckt. Eine weitere sehr verbreitete, aber auch mit viel Handarbeit verbundene Art ist der Siebdruck. Im Folgenden werde ich euch den Weg von einem leeren Kleidungsstück bis zur fertig bedruckten Kleidung erklären und aufzeigen, wie ein Siebdruck genau funktioniert.
Vor etwa einem dreiviertel Jahr bin ich auf das Thema Siebdruck gestossen. Als ich mich dann etwas mehr darüber informiert hatte entschied ich mich dann auch schnell dazu, zusammen mit einem Freund ein kleines «Siebdruck-Set» zu bestellen. Aber wie komme ich nun mit so einem Set zu dem Motiv auf meinem T-Shirt?
Alles beginnt mit einem Motiv. Dieses druckt man nun auf eine transparente Folie, die man danach auf die Seite legt. Wenn dies erledigt ist, kommt jetzt das Sieb zum Einsatz. Siebdrucksiebe werden in drei Hauptkategorien aufgeteilt. Die erste Kategorie ist ein Sieb mit dem Gewebetyp bis 43T. Ein solches Sieb besteht aus eher grossen Maschen, die für einen guten, weissen Druck auf einem dunklen Textil sorgen. Die zweite Kategorie ist der Gewebetyp 54T. Dieser Typ ist ein gutes Sieb für Beginner, da es bei fast allen Textilien ein gutes Ergebnis liefert. Die dritte und letzte Kategorie ist ab dem Gewebetyp 80T. Diese Siebe eignen sich am besten, um Karton oder Papier zu bedrucken.
Ich und mein Kollege haben uns für ein 54T-Sieb entschieden, da es ein sehr guter «Allrounder» ist.

Aber wie kommt nun mein Motiv auf das Sieb, damit ich endlich losdrucken kann? Das Prinzip dahinter ist nicht kompliziert, aber auf dem Weg dahin können trotzdem viele kleine Fehler passieren, die dann zu einem falschen Ergebnis führen.
Als erstes trägt man die Fotoemulsion gleichmässig dünn auf beiden Seiten des Siebes auf. Das Sieb kann man nun über Nacht trocknen lassen oder für ein paar Minuten mit einem Föhn trocknen.
Nun ist die Emulsion zwar trocken, kann aber noch sehr einfach mit Wasser abgespült werden. Dieses Problem beheben wir, indem wir die Folie, auf diese wir vorher unser Motiv gedruckt haben, auf das Sieb legen und mit einem Scheinwerfer (400W) beleuchten. Wie lange man das Sieb nun belichten muss, hängt ganz davon ab, was für eine Fotoemulsion man benutzt. Das Belichten des Siebes bewirkt, dass die Fotoemulsion nicht mehr wasserlöslich ist.
Als letztes muss man nur noch das Sieb auswaschen, denn die Emulsion ist nur noch dort wasserlöslich, wo das Motiv auf der Emulsion war.

Nun steht dem Drucken nichts mehr im Weg! Das Drucken verbraucht, im Gegensatz zu der ganzen Vorbereitung am wenigsten Zeit. Den besten Druck erzielt man, indem man mehr als genügend Farbe auf das Sieb gibt und das Rakel mit gleichmässigem Druck in ca. einem 60° Winkel über das Sieb zieht.

Ausserdem ist ein wichtiger Punkt, dass währenddem man druckt, das Sieb immer wieder mit einem nassen Waschlappen ausgewaschen werden soll, damit die Farbe nicht im Sieb eintrocknet. Dies ist mir schon mehrere Male passiert und es ist nachher sehr schwierig, die Farbe wieder aus dem Sieb zu bekommen.
Alles in Allem bin ich der Meinung, dass Siebdruck ein sehr guter Weg ist, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Für mich war es sehr interessant herauszufinden, wie die Grundtechniken des Siebdrucks funktionieren und freue mich noch viele weitere Arten des Siebdrucks zu lernen.