Mare Fuori – eine italienische Erfolgsserie (finale Version)

Am 23. September 2020 erschienen die ersten zwei Folgen der italienischen Dramaserie Mare Fuori, im italienischen Fernsehen auf Rai 2. In Erwartung der mittlerweile dritten Staffel, möchte ich mich an die ersten zwei Staffeln zurückerinnern und meine Eindrücke teilen.

Trigger warning: Spoliers!!

Die Serie spielt hauptsächlich in Neapel in der Jugendstrafanstalt Istituto di Pena Minorile (IPM), wo 50 Jungen und 20 Mädchen aus den verschiedensten Gründen inhaftiert sind. Die Gründe und die Geschichten dieser Jugendlichen, erfahren wir im Verlaufe der Serie. In der ersten Folge werden Carmine di Salvo und Filippo Ferrari zusammen eingebracht. Sie stammen aus zwei komplett unterschiedlichen Welten: Carmine gehört einer Camorra-Familie in Neapel an, möchte aber am liebsten nichts mehr mit dieser zu tun haben. Und Filippo hingegen, ist ein Pianist aus Mailand und stammt aus einer reichen Familie. Beide sind wegen Mordes in die Jugendstrafanstalt überstellt worden. Für Carmine sind die Umstände dort nichts neues, während Filippo nicht weiss, wie er sich zu benehmen hat. Er zieht Augen auf sich, denn reiche Pianisten aus Mailand gehören nicht in eine Jugendstrafanstalt in Neapel. Eine weitere Insassin ist Naditza, die mittlerweile durchgehend im IPM ist. Sie begeht andauernd „kleine“ Verbrechen, wie rauben oder Beschädigung von Privateigentum, wie Autos. Dies, aus dem Grund, dass sie auf einem Nomadenlager lebt und ihre Eltern sie aus Zwang mit einem Verwandten verheiraten wollen. Diese sind aber nur ein Teil der Geschichten, die wir erfahren, also wenn ihr mehr erfahren möchtet, schaut die Serie unbedingt.

Die meisten der Jugendlichen sind in dieses System hineingeboren, ohne jemals dafür gebeten zu haben, sehen aber keinen Ausweg, und begehen dann aus Verzweiflung Straftaten.

Mich hat die Serie allgemein sehr beeindruckt und emotional getroffen. Die Geschichten der Jugendlichen sind zwar fiktioniert, sind aber von wahren Geschichten inspiriert. Ich bin in der Schweiz auf die Welt gekommen und hier aufgewachsen, jedoch in einer Italienischen Familie mit viel Tradition und Geschichte. Doch mir war bis vor kurzem nicht bewusst, was wirklich in meinem Herkunftsland geschieht und diese Serie hat mich zum ersten Mal richtig darauf aufmerksam gemacht. Ausserdem ist die ganze Serie in einem napoletanischen Dialiekt gesprochen, jedoch sind Untertitel immer verfügbar. Und ich war sehr überrascht, dass ich ohne Untertitel schwer etwas verstehen konnte. Dies ist so, aus dem Grund, dass mir nur das „richtige“ Italienisch von meinen Eltern beigebracht wurde. Trotzdem kann ich einige kleine Dinge in einem anderen Dialekt verstehen, da meine Grosseltern einen eher starken Dialekt sprechen, vor allem wenn sie sich mit Verwandten unterhalten. Und da ich ihnen als kleines Kind, aber jetzt auch noch, oft zugehört habe, habe ich einiges aufgenommen. Trotzdem ist es mir bei dieser Serie eher schwer gefallen etwas zu verstehen, was ich sehr schade gefunden habe.

Im Grossen und Ganzen kann ich diese Serie aber nur weiter empfehlen. Sie deckt viele Themen, die leider zu wenig Aufmerksamkeit kriegen. Sie ist mittlerweile auf Disney+ verfügbar, unter anderem auch in einer deutschgesprochenen Version.

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