Letzte Woche habe ich die Netflix-Serie Wednesday endlich beendet.
Die Fernsehserie basiert auf der Figur Wednesday Addams aus der Kult-Filmreihe The Addams Family. Es handelt um die nicht ganz pflegeleichte Tochter der Addams, die einem neuen Internat für monströse Aussenseiter beitritt und dort neue Erfahrungen sammelt und ein Mystery zu lösen versucht.
Was mich an dieser Netflix-Adaption besonders gefallen hat, sind die Schauspieler und Schauspielerinnen. Jenna Ortega, welche die Protagonistin Wednesday spielt, ist meiner Meinung nach fantastisch. Obwohl sie eine gefühllose und sadistische Rolle spielt, die übrigens kein einziges Mal blinzelt, hat sie es irgendwie doch hingekriegt, dass man ihre Emotionen lesen kann. Was natürlich auch dazu beiträgt, ist die wahrlich tolle musikalische Untermalung während des ganzen Filmes. Die Handlung ist gut, doch nichts besonderes. Ein neues mysteriöses Mädchen kommt an eine Schule und sorgt für mächtig Chaos. Dies kennt man doch schon von allzu vielen Highschool-Filmen in verschiedensten Ausführungen. Glänzen konnte die Serie jedoch mit ihren Charakteren, und zwar vorallem auch mit den Nebenrollen. Nennenswert finde ich dabei die Zimmergenossin Enid Sinclair. Sie bildet das exakte Gegenstück zur düsteren Wendesday: Das farbenfrohe, einladende und stets fröhliche Mädchen von Nebenan. Während der Zeit an der Schule sind die beiden extrem zusammengewachsen und ihre Beziehung ist einzigartig. In unzähligen Szenen bekommt man zu sehen, wie Wednesday ihrer Freundin hilft und auch während sie sich zwischenzeitlich gestritten haben, hat man die Reue und das Schuldgefühl beider klar erkennen können. Was micht am meisten enttäuscht hat, ist das Ende der Staffel. Ich bin ein grosser Fan von kurzen Serien, die nur eine Staffel dauern. Diese sind genug lang, um in die Tiefe zu gehen und gleichzeitig fühlen sie sich nicht zu stark in die Länge gezogen an. Bei Wednesday ist dies leider nicht der Fall. Die finalen Episoden sind sehr trocken und es lässt auch an Emotionen zu wünschen. Was mich jedoch am meisten gestört hat, ist der 0815-Cliffhanger am Schluss, der die ganzen Errungenschaften der Staffel zu nichte macht. Ich denke, dass hängt leider mit kommerziellen Gründen zusammen damit mit man noch mehr aus der ganzen Investition herausholen kann. Meiner Meinung nach hätte man definitiv ein gutes und zufridenstellendes Ende nach einer Staffel machen können und man hätte das ganze nicht «auf Krampf» fortsetzen müssen.
Nichtsdestotrotz finde ich die Serie als Ganzes sehr gelungen. Die Szenerie, die Charaktere und das Ambiente sind grandios und ich kann mich schlussendlich auch trotz des schwachen Cliffhangers auf die Fortsetzung freuen.