Unsere erfolgreichen Ferien

Wir befinden uns am nördlichsten Punkt Deutschlands an der Nordsee. Eiskalter Wind sticht in die schwarzen Wellen. Dicker Schaum baut sich an den Mauern auf, die die einzige Grenze zwischen sicherem Land und der unendlichen Tiefe des Meeres bilden. Dunkler Nebel liegt auf dem Wasser und lässt die Kräne in der Decke ersticken. Unzählige Wagen bewegen sich in die alte Fähre und verschwinden im Schatten. Das Schiff senkt sich im Wasser, manchmal fast schon zu tief.

Dem Windzug zugewandt, stand ich auf dem Deck, tief in meinen Schal gehüllt und realisierte, dass das eigentlich nur Vorstellungen aus meiner Kindheit sind. Die Atmosphäre war gar nicht so düster. Es war kühl, aber das wars auch schon. Als Kind war ich viel aktiver und erfinderischer als jetzt, denn nach einer zehnstündigen Fahrt waren wir alle müde und mir war relativ alles egal und beachtete die Umgebung nicht wirklich. Ich wollte nur noch ans Ziel kommen.

Das Meer war eigentlich so:

Die Nordsee

Ziemlich schön, nicht?

Und unser Ferienplan war eigentlich so:

  1. Drei Tage in Dänemark verbringen.
  2. Eine Woche in Schweden das Leben geniessen.
  3. Für ein paar Tage Oslo anschauen und verschiedene Spezialitäten kosten.

Eben «eigentlich». Die Ferien wären ja viel zu langweilig ohne jegliche Hindernisse. Deswegen wollte Corona meinem Vater einen Gruss ausrichten und uns allen die Ferien zu einer simplen Autofahrt verzaubern.

Wir sind zuerst nach Dänemark gefahren, haben sehr viele Krebse gesehen, die aber leider von Möven zerpickt worden sind. 😦 Aber Patrick war dort!

Patrick auf einem Stein im Wasser

Schon nach zwei Tagen haben wir uns auf den Weg nach Schweden gemacht, was auch nochmal 4 Stunden Fahrt war. Endlich sind wir im Ferienhäuschen eingetroffen. Endlich können wir uns von der Autofahrt ausruhen, dachten wir. Doch da war ein gewisser «jemand» einer anderer Meinung. Wir waren gerade mal ein paar Tage lang in Schweden als an einem wundervollen Morgen mein Vater mit Fieber aufwachte. Da wurde uns klar: die Reise nach Oslo wird verworfen.

Zurück in die Schweiz! Wieder 18 Stunden Fahrt!

Wieder alles zusammenpacken und für eine Ewigkeit im Auto sitzen und nichts tun. Niemand hatte Lust darauf, aber Gesundheit geht vor. Also waren wir wieder auf dem Weg in die Schweiz und natürlich war die Fahrt nicht spannend, sondern einfach nur anstrengend.

Den Rest der Ferien haben wir zu Hause krank verbracht, was mich ein bisschen sauer macht. Man kann sagen, dass eine Woche Ferien einfach für nichts ausgegeben wurde.

Ich wünsche mir, dass zumindest meine Kindheitsvorstellungen real wären, damit ich irgendetwas spannendes in den Ferien erlebt hätte. :‘)

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