Der Kalender stellte auf Dezember um, die Weihnachten näherten sich allmählich und meine Einkaufsliste wurde mit unzähligen Weihnachtsgeschenken sowie neuer Winterbekleidung immer länger und mein Taschengeld dagegen immer weniger. Eine Tatsache, die mir vor rund einem Jahr ordentlich zusetzte und um ehrlich zu sein sah ich mich bereits in den finanziellen Ruin stürzen. Wie kann ich bloss unabhängig von meinen Eltern mein eigenes Taschengeld aufstocken? Nachhilfe lautete das Schlüsselwort und die gute Nachricht vorweg: Es lohnt sich in vielerlei Hinsicht! Im vorliegenden Blogeintrag berichte ich über meine persönlichen Erfahrungen mit diesem Nebenjob und zeige auf, inwiefern sich dieser Nebenjob zu meiner Leidenschaft entwickelt hat.
Eines war für mich klar: An meinem finanziellen Zustand muss sich schnell etwas ändern! Immerhin dauert es noch ein Weilchen bis ich als Gymnasialschülerin mein eigenes Einkommen habe und ständig die Eltern nach Geld zu fragen, stand für mich ausser Frage. Inmitten meiner Verzweiflung informierte ich mich zunächst im Internet über Nebenjobs, die für SchülerInnen in meinem Alter geeignet sind. Doch zugegebenermassen sprach mich kein Jobangebot so richtig an. Entweder machte mir die grosse Distanz oder aber die ungünstigen Arbeitszeiten einen Strich durch die Rechnung.
Als ich zufällig auf die Website Tutor24 gestossen bin, einem Nachhilfeportal, verwandelte sich meine anfängliche Verzweiflung in einen grossen Funken Hoffnung. Das Prinzip dieser Website ist simpel und genial zugleich: Man erstellt ein Profil und trägt die bevorzugten Arbeitszeiten, den gewünschten Stundensatz, wie auch die möglichen Fächer und Schulstufen, die man unterrichten kann, ein. Dasselbe macht auch ein Nachhilfeschüler und auf diese Weise können sich Schüler und Lehrer bei Interesse gegenseitig kontaktieren. Meiner Meinung nach liegt hier bereits ein riesiger Vorteil gegenüber anderen Nebenjobs zugrunde. Der Arbeitsort, die Arbeitszeit aber auch der Verdienst bleibt nämlich offen und kann nach Absprache mit dem jeweiligen Schüler festgelegt werden.
Bereits einen Tag später habe ich über Tutor24 eine Primarschülerin aus meiner Nähe gefunden, die zweimal wöchentlich Nachhilfe im Fach Deutsch und Mathematik brauchte. Einerseits fiel mir ein grosser Stein vom Herzen, endlich einen Nebenjob gefunden zu haben, andererseits stand ich einer grossen Herausforderung bevor. Doch ganz nach dem Motto «Gute Vorbereitung ist alles» habe ich von Beginn an gute Erfahrungen machen können. Für jede Lektion habe ich Übungsblätter bereitgestellt, oder interaktive Lernspiele mitgebracht (z.B. Einmaleins-Memory) und auch Zeit eingeplant ihre Schulaufgaben zu lösen und Fragen zu klären. Es verlangte manchmal ausserordentlich viel Geduld ab, doch wenn ich die Erfolge meiner Schülerin dahinter sehe, motivierte es nur noch mehr, dranzubleiben. Unglaublich schön am Nachhilfeunterricht finde ich persönlich, dass jede Lektion einzigartig ist und umso schöner ist es natürlich auch, dass mir die Nachhilfeschülerin ans Herz gewachsen ist. Der einzige Nachteil besteht in der Vorbereitungszeit, doch diese ist im Rahmen von 10-30 Minuten völlig überschaubar.

Inzwischen ist die Nachhilfe zu einer grossen Leidenschaft geworden, sodass ich sogar 4 mal wöchentlich drei verschiedenen Schülern Nachhilfeunterricht gebe. Solange es noch geht so viel Nachhilfe zu geben, ohne die Schule zu vernachlässigen, möchte ich unbedingt dabei bleiben. Ich liebe es einfach anderen zu helfen und Dinge zu erklären. Aber auf jeden Fall bleibt die Schule Priorität. Abschliessend kann ich mit grossem Stolz behaupten, dass sich mein Nebenjob zur Leidenschaft entwickelt hat und nun weiss ich definitiv, dass ich Lehrerin später zu meinem Hauptberuf machen möchte.
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