„Knappe Outfits, Rumgehüpfe und ein bisschen Tanzerei“ dieses Bild haben viele Menschen im Kopf, wenn sie das Wort Cheerleading hören. Doch stimmt das wirklich? Ist diese Sportart tatsächlich so einfach?
Tatsächlich war Cheer früher auch ein reiner Männersport. Die Herren wurden zum Anfeuern von Sportmannschaften eingesetzt. Im Laufe der 20-er Jahre begannen mehr Frauen sich für diesen Sport zu interessieren.
Was viele Leute nicht wissen ist, dass heutzutage Cheerleading hauptsächlich als selbständiger Wettkampfsport betrieben wird und kaum noch zur Unterstützung einer anderen Sportmannschaft. Bei Wettkämpfen führen die Teams ihre 2-2.5 minütigen Routinen vor und am Schluss werden diese gewertet. Dabei wird besonders auf die Synchronität und die Schwierigkeit der verschiedenen Elemente geachtet.
Immer wieder wenn ich von meinem Hobby erzähle, nehmen es Leute nicht ernst und meinen es sei gar kein richtiger Sport. Sie zeigen erst Respekt wenn ich ihnen Videos von unseren Routinen zeige oder vom Trainig, wo Menschen in Gruppenstunts teilweise bis zu drei Meter in die Luft geworfen werden. Cheerleading ist nicht umsonst einer der gefährlichsten Sportarten.


Dass solche Vorurteile noch sehr präsent sind, habe ich am Feedback von meinem Deutschlehrer gemerkt. Er meinte, es erstaune ihn dass ich als „emmanzipierte Frau“ eine solche Sportart betreiben würde und dass er es schade fände, dass ich bei meinem Vortrag nicht darauf eingegangen wäre wie sexualisiert dieser Sport ist.
Was mich ein bisschen irritiert hat war, dass es so klang als wäre ich keine „emmanzipierte Frau“ nur weil ich so einen Sport betreibe. In meinem Vortrag ging es mir besonders darum zu zeigen, dass es nicht einfach etwas ist zur Unterhaltung von anderen, vorallem für Männer, sondern ein selbständiger Sport. Dass dieser Sport sexualisiert wird, da stimme ich völlig zu. Man sieht das besonders in diesen typischen amerikanischen Filmen wo Mädchen am Rande eines Spiels stehen und etwas rufen oder buchstabieren. Dabei werden sie gar nicht als Sportlerinnen wahrgenommen, sondern einfach als attraktive Pausenfüller. Dieses Bild bleibt bei den meisten Menschen hängen. Was natürlich auch stark zur Sexualisierung beiträgt ist die Kleidung. Bei Aufführungen sieht man alle Cheerleader in glitzernden und meist auch sehr knappen Outfits, alle mit derselben Frisur und meist sogar noch mit dem passenden Nagellack oder auch Makeup. Das Aussehen ist bei den Cheerleadern auch eine Art „Markenzeichen“ weshalb die meisten Leute wahrscheinlich denken, dass es nur darauf ankommt. Meiner Meinung nach ist es nicht die Schuld der Cheerleader, dass der Sport von Aussen so sexualisiert wird.

Cheer ist auch einfach nur eine weitere Sportart wie jede andere. Es wird nicht mit der Intention Männer zu unterhalten betrieben, sondern einfach nur wie jeder anderer Sport zum Spass. Deshalb verstehe ich nicht was Cheer damit zu tun hat „emmanzipiert“ zu sein.
Ich finde es sehr schade, dass die meisten Menschen einen so falschen Eindruck haben von diesem Sport. Dass er so sexualisiert wird ist auch ein Problem vor allem da viele Minderjährige an Cheer Teil haben. Ich hoffe sehr, dass in Zukunft die Medien mehr Leute über diesen Sport aufklären und dass so das heutige Bild langsam verschwindet.