Um in den geschichtlichen Hintergrund der Stadt Genf einzutauchen, suchte unsere 6-er Gruppe in Begleitung von Frau Stolpe das Museum Maison Tavel auf.
Im Laufe des Dienstagmorgens machten wir uns mit mehr oder weniger gemischten Erwartungshaltungen auf den Weg zum Maison Tavel. Es befindet sich im Herzen der Genfer Altstadt, unweit vom Englischen Garten entfernt. Was die Fassade bei unserer Ankunft bereits andeutete, liess sich schliesslich später auch bewahrheiten. Es handelt sich nämlich um das älteste, noch erhaltene Wohngebäude der Stadt. Im Jahr 1334 wurde das prächtige Bauwerk infolge eines Brandes von der Genfer Adelsfamilie Tavel wieder aufgebaut. Rund 40 Jahre später ist es schliesslich von der Stadt Genf in ein Museum umgewandelt worden. Seither bietet die Exponate Einblick in die Stadtentwicklung Genfs.


Mit Abstand am Eindrücklichsten fand ich das Stockwerk mir der Ausstellung der verschiedenen Türen. Die Vielfalt der Grössen, Formen, Strukturen und Verzierungen fand ich persönlich sehr imponierend. Sie erinnern an den eigentlichen Sinn und Zweck, die eine Tür vorallem in der Zeit des Mittelalters zu erfüllen brauchte. Die üppigen Verzierungen der Türen deuten wohl darauf hin, dass die Reichen dazumals Zeit ihr Vermögen zur Schau stellen wollten. Je mehr und aufwendiger die Verzierungen, umso mehr Vermögen. Auf den einen Türen haben wir sogar Metalldornen gesichtet, woraufhin Frau Stolpe spekulierte, dass es womöglich zur Verteidungung vor Fremdlingen diente. Ehrlichgesagt wäre ich nie auf diese Erkenntnis gekommen, muss aber gestehen, dass sie aus meiner Sicht sinnvoll erscheint.


Bedauerlicherweise hielten wir uns kurz vor Mittagszeit im Museum auf. Dementsprechend schwirrten wir mit wachsendem Hungergefühl durch das Maison Tavel. Da dem Grossteil unserer Gruppe die Lust am Museumsbesuch längst vergangen war und unbedingt eine Mittagspause einlegen wollte, verliessen wir bereits nach 45 Minuten das Gebäude. Die Zeit verstrich derart schnell, wir hatten nicht einmal Zeit, uns alle Stockwerke genau anzusehen. Das nächste Mal werde ich für ein Museum sicherlich mehr Zeit einplanen, um voll und ganz in die Thematik eintauchen zu können. Im Grossen und Ganzen hat sich der Besuch aber gelohnt, trotz der kurzen Zeit habe ich den Eindruck, viel Wissen angeignet zu haben. Meinerseits lässt sich resümieren, dass dieser Besuch mehr als empfehlenswert ist, allem voran mit genügend Zeiteinplanung.