Post Tenebras Lux

von Luna

Was ist so speziell an diesem Spruch und warum trifft man ihn so oft an den alten Bauwerken oder in den Museen Genfs an?

Das erste Mal kreuzte dieser Spruch meinen Weg in der Maison Tavel auf einem Gemälde, von dem ich jedoch kein Bild machen konnte, da wir ein wenig im Stress waren. Dabei habe ich mir aber noch nicht so viel gedacht bis er mir dann ein zweites Mal begegnete, beim Tour de l‘ile. Ab da stellte sich mir die Frage, was daran so speziell ist. Und wenn man die Mauer der Reformatoren auf dem Unicampus genauer inspiziert, findet man ihn auch dort.

Credits to Mattia

Also nun zu meinen Recherchen. Er bedeutet so viel wie „Licht nach der Dunkelheit“ und war der Leitspruch der Calvinisten. Das sind jetzt zwar blanke Facts aber was hat das mit Genf zu tun und warum ist es auch der heutige Wahlspruch des Kantons?

Dieser Spruch soll an die Calvinisten erinnern, denn es war der Leitspruch derer und später der, der ganzen Reformation. Jean Calvin war sozusagen der Zwingli von Genf. Mit ihm hat ein reformierter Glaube, der Calvinismus, in Genf Fuss gefasst. Es gab natürlich auch andere Mitwirkende, einige davon sind auch auf dieser Mauer verewigt. Der Unterschied zur Zeit vor der Reformation ist, dass die reformierten Kirchen nach dem Motto „solo scriptura“ glauben. Das heisst sie lehnen alles ab was nicht eindeutig in der Bibel steht und nicht wie di Katholiken zb. den Brauch pflegen Brot zu verteilen, als Symbol für Christis Leib, da sie eben auch nicht nur an das klar Geschriebene in der Bibel glauben, sondern auch Raum lassen für Interpretationen. Calvin lehnte die Vorherrschaft eines Papstes ab. Alles in Allem krempelte die Reformation von 1536 das Glaubenswesen in Genf ziemlich um, vom Bischoff beherrschten Kanton zum „protestantischen Rom“ und dabei auch zu einem souveränen Stadtstaat. Staat und Kirche werden in Genf zwar strikt getrennt trotzdem finden sich im Wappen und im Wahlspruch geistliche Aspekte.

Für stark Interessierte wären hier noch die Links meiner Recherche: NZZ-Link, Wikipedia-Link

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